CDU Stadtverband Ratingen

Prüfung und Einrichtung eines zweckgebundenen Jugendzeltplatzes auf dem Gelände des ehemaligen Eisenzeitlichen Gehöfts im Erholungspark Volkardey

Antrag für den BezA2

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die jüngste Kinder- und Jugendveranstaltung am Grünen See hat erneut gezeigt, wie groß die Nachfrage nach naturnahen Erlebnisangeboten für junge Menschen in Ratingen ist. Gerade außerhalb klassischer Schul- und Unterrichtssituationen entstehen dort, wo Kinder und Jugendliche in der Natur zusammenkommen, Begegnung, Eigenverantwortung und Teamgeist. Diesen Bedarf haben auch beteiligte Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie Andrea Laumen aus der Ratinger Jugendarbeit bestätigt. Aus Sicht der CDU-Fraktion sollte diese Anregung aufgegriffen und in eine konkrete, umsetzbare Struktur überführt werden.

Das Gelände des ehemaligen Eisenzeitlichen Gehöfts im Erholungspark Volkardey, welches unlängst aus baulichen Gründen abgerissen werden musste, bietet hierfür einen naheliegenden Standort. Die Lage im Erholungspark und das naturnahe Umfeld bieten aus unserer Sicht gute Voraussetzungen für Angebote der Kinder- und Jugendarbeit. Ein zweckgebundener Jugendzeltplatz würde das bestehende Freizeit- und Erholungsangebot im Umfeld des Grünen Sees sinnvoll ergänzen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um die Einrichtung eines allgemeinen Campingplatzes oder um eine dauerhafte touristische Nutzung. Ziel ist eine klar geregelte, zweckgebundene Nutzung für Kinder- und Jugendgruppen. Die Fläche soll ausschließlich im Rahmen betreuter Angebote genutzt werden können - etwa für Zeltwochenenden, Ferienaktionen, Pfadfinderlager, interkulturelle Begegnungen, naturpädagogische Projekte oder Veranstaltungen des Stadtjugendrings und der freien Träger.

Die Kinder- und Jugendarbeit in Ratingen wird bereits heute mit großem Engagement vom Stadtjugendring, vom Amt für Kinder, Jugend und Familie, von freien Trägern, Kirchengemeinden, Vereinen und ehrenamtlichen Gruppen getragen. Ein Jugendzeltplatz würde diese Arbeit nicht ersetzen, sondern praktisch stärken, indem er eine niedrigschwellige Infrastruktur schafft, die mit vergleichsweise geringem Verwaltungsaufwand eine große Wirkung entfalten kann.
Gerade in einer Zeit, in der viele Kinder und Jugendliche ihre Freizeit zunehmend digital und strukturiert verbringen, braucht es sichere, aber freie Erfahrungsräume. Ein betreuter Jugendzeltplatz bietet genau diesen Rahmen: Natur erleben, Verantwortung übernehmen, Konflikte lösen, Gemeinschaft erfahren. Hinzu kommt der interkulturelle Aspekt. Ratingen ist eine vielfältige Stadt, und gemeinsame Jugenderlebnisse schaffen Begegnung über Herkunft, Sprache, Religion und Stadtteilgrenzen hinweg. Solche Erfahrungen fördern Zusammenhalt und wirken präventiv, lange bevor Konflikte entstehen.

Der Antrag steht damit im Einklang mit dem gesetzlichen Auftrag der Jugendarbeit. Angebote für junge Menschen sollen an deren Interessen anknüpfen, von ihnen mitgestaltet werden und sie zu Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Verantwortung und sozialem Engagement befähigen. Ein zweckgebundener Zeltplatz für Jugendarbeit auf dem Gelände des ehemaligen Eisenzeitlichen Gehöfts würde diesen Auftrag in konkreter Form erfüllen.

Aus Sicht der CDU-Fraktion ist der Prüf- und Umsetzungsaufwand überschaubar. Die Stadt verfügt bereits über Erfahrungen mit Veranstaltungen im Bereich des Grünen Sees und im Erholungspark Volkardey. Bestehende Zuständigkeiten, Nutzungsregeln und Sicherheitsanforderungen können als Grundlage dienen. Entscheidend ist, den Ort nicht bürokratisch zu überfrachten, sondern eine klare, einfache und verlässliche Regelung zu schaffen. Mit der Einrichtung eines solchen Jugendzeltplatzes würde die Stadt Ratingen ein deutliches Zeichen setzen: für Kinder und Jugendliche, für ehrenamtliches Engagement, für interkulturelle Begegnung und für eine moderne, lebensnahe Jugendarbeit.

Wir bitten die Verwaltung daher,

  1. zu prüfen, ob auf dem Gelände des ehemaligen Eisenzeitlichen Gehöfts beziehungsweise in dessen unmittelbarem Umfeld im Erholungspark Volkardey eine zweckgebundene Zeltfläche für Kinder- und Jugendarbeit eingerichtet werden kann,
  2. ein einfaches Nutzungs- und Vergabekonzept für anerkannte Träger der freien Jugendhilfe, Jugendverbände, Pfadfindergruppen, Schulen, Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie den Stadtjugendring Ratingen zu entwickeln,
  3. die notwendigen Rahmenbedingungen für eine sichere, geordnete und naturverträgliche Nutzung darzustellen, insbesondere hinsichtlich Aufsicht, Brandschutz, Müllentsorgung, Toilettennutzung, Lärmschutz, Verkehrssicherung und gegebenenfalls einfacher Wasser- und Stromversorgung,
  4. zu prüfen, ob zunächst ein niedrigschwelliger Probebetrieb für Wochenend- und Ferienangebote möglich ist,
  5. dem zuständigen Fachausschuss zeitnah einen Vorschlag zur weiteren Umsetzung vorzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Heins, Fraktionsvorsitzender
Sebastian Wladarz, Ratsmitglied
Heike Waerder, Sachkundige Bürgerin