Neue Perspektiven für Wohnen und Wirtschaft: SPD und CDU wollen Gewerbeflächen strategisch weiterentwickeln
Die Situation ist eindeutig: Während in Ratingen und der Region zahlreiche Gewerbe- und insbesondere Büroflächen leer stehen oder nur teilweise genutzt werden, bleibt der Wohnungsmarkt angespannt. SPD und CDU sehen darin nicht nur ein Problem, sondern vor allem eine Chance und bringen gemeinsam einen Antrag zur strategischen Weiterentwicklung der Gewerbeflächen auf den Weg.
Ziel des gemeinsamen Vorstoßes auf Initiative der SPD ist es, bestehende Potenziale systematisch zu erfassen und daraus eine klare Zukunftsstrategie für den Standort Ratingen abzuleiten. Dabei sollen einerseits Gewerbe- und Industrieflächen gestärkt und zukunftsfähig aufgestellt werden. Andererseits sollen geeignete, nicht mehr nachgefragte Flächen gezielt für Wohnzwecke genutzt werden – mit einem besonderen Fokus auf bezahlbaren Wohnraum und Wohnangebote für unterschiedliche Zielgruppen.
„Wir erleben aktuell eine Entwicklung, bei der sich Leerstände im gewerblichen Bereich und Wohnungsmangel gegenüberstehen. Diese Situation verlangt nach einem aktiven und strategischen Umgang mit unseren Flächen“, erklärt Christian Wiglow, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Es geht darum, klug umzudenken und vorhandene Strukturen sinnvoll weiterzuentwickeln.“
Ein konkreter Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich rund um die Gothaer Straße, die Broichhofstraße, die Berliner Straße und die Brandenburger Straße. Hier soll exemplarisch geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Umstrukturierung und die Entwicklung neuer Wohnangebote möglich ist.
„Gerade integrierte Lagen mit guter Infrastruktur bieten die Chance, vergleichsweise schnell und kosteneffizient neuen Wohnraum zu schaffen“, betont Stefan Heins, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Das kann insbesondere für Auszubildende, Studierende und Menschen mit geringem Einkommen ein wichtiger Beitrag sein und gleichzeitig unseren Wirtschaftsstandort stärken.“
Im ersten Schritt soll die Verwaltung eine umfassende Bestandsaufnahme der Gewerbe- und Büroflächen sowie deren Nutzungssituation vornehmen. Darauf aufbauend soll eine Strategie entwickelt werden, die sowohl die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes sichert als auch konkrete Perspektiven für die Umnutzung geeigneter Flächen schafft.
Darüber hinaus soll geprüft werden, welche baurechtlichen und städtebaulichen Voraussetzungen notwendig sind, um im genannten Gebiet Wohnnutzungen zu ermöglichen. Auch die Nutzung bestehender Förderprogramme – etwa des Bundesprogramms „Gewerbe zu Wohnen“ – soll dabei einbezogen werden.
„Bezahlbarer Wohnraum ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Stadtentwicklung“, so Stefan Heins weiter. „Gleichzeitig sehen wir, dass fehlende Wohnangebote zunehmend auch ein Standortnachteil für Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte und Auszubildende sind.“
Christian Wiglow ergänzt abschließend: „Wenn wir Ratingen langfristig stark aufstellen wollen, müssen wir Wohnen und Arbeiten stärker zusammendenken. Genau hier setzt unser gemeinsamer Antrag an.“
Die Ergebnisse der Prüfungen sowie konkrete Umsetzungsvorschläge sollen der Politik bis zum vierten Quartal 2026 vorgelegt werden. Damit wollen SPD und CDU die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung schaffen.