CDU Stadtverband Ratingen

Pfarrheim Str. Marien - Tiefenbroich

hiermit stellt die CDU Fraktion den Antrag, den Standort des Pfarrheims St. Marien in der Sohlstättenstraße zu sichern und die weitere Nutzung zu ermöglichen. (Siehe unseren Antrag vom 25. April 2005)
Dies kann geschehen durch den käuflichen Erwerb der Immobilie. Soweit bekannt, hat die Kirchengemeinde das Objekte für einen Kaufpreis von 400.000 € zum Verkauf angeboten. Interessenten hat sie bislang nicht gefunden.
Möglich ist die Anmietung des Objekts von der Kirchengemeinde, um hierdurch in die weitere Nutzung sicher zu stellen.
 
Schließlich scheint auch die Möglichkeit zu bestehen, die laufenden Betriebskosten zu übernehmen, um so den Fortbestand des Pfarrheims zu sichern.
 
Die Verwaltung wird gebeten, mit der Kirchengemeinde in Verhandlungen einzutreten, um die Nutzung über den einen 30. Dezember 2006 hinaus zu ermöglichen.
 
Am vergangenen Mittwoch erklärte der Pastor der Kirchengemeinde auf einer Sitzung des Pfarrgemeinderates, das Erzbistum werde ab dem 1. Januar 2007 keinerlei Zuschüsse mehr für die Heizung und den Strom bewilligen. Die Nutzer des Pfarrheims sollten sich nach anderen Räumlichkeiten umsehen.
 
Das Pfarrfest am vergangenen Wochenende stand ganz im Zeichen dieser Hiobsbotschaft. Der evangelische Pastor, Pfarrer Weimann, wird zitiert, ihm werde die Tür eingerannt, um Räumlichkeiten zu sichern, die jedoch nicht vorhanden sind.
Gleichzeitig soll hierdurch die Möglichkeit erhalten werden, weitreichende Nutzungen durch andere Bevölkerungsgruppen möglichen zu machen.
 
Das Pfarrheim in der Sohlstättenstraße wird vielfach genutzt. Neben der Kirchengemeinde nutzen die Martinschule, der Kindergarten und der Gesangsverein die Räumlichkeiten. Die Nutzungen erstrecken sich auf Kleinkindergruppen wie für Jugendliche und Erwachsene bis hin zu Senioren. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit listen wir die Nutzer wie folgt auf:
 
Montag Blutspende DRK
Katholische Frauengemeinschaft (KfD)
Gruppenstunde
Bastelkreis
Familienkreis
 
Dienstag Seniorenkreis
Kammerchor
Nestcafe
 
Mittwoch Nestcafe
Kammerchor
Gruppenstunde
 
Donnerstag Nestcafe
Gruppenstunde
Messdiener
 
Freitag Kinderchor
KAB
Veranstaltungen
 
Samstag u. Sonntag Veranstaltungen
Familienkreise
Ausstellungen
private Feiern
 
 
Über diesen Bereich besteht in Tiefenbroich weiterer Bedarf für die zahlreichen Vereine, die über keinerlei geeignete Räumlichkeiten verfügen, um ihre Treffen durchzuführen.
 
So stellt das Pfarrheim für den Stadtteil Tiefenbroich eine zentrale Begegnungsstätte aller Bevölkerungsschichten dar. Mit der Aufgabe des Pfarrheimes durch die Kirchengemeinde würde nicht nur der Jugend ein zentraler bewährter Anlaufspunkt entzogen, auch die weiteren Gruppen hätten keine Basis mehr, ihre Aktivitäten durchzuführen. Ein ähnlicher Raum ist in Tiefenbroich nicht vorhanden.
 
Die beabsichtigte alternative Unterbringung der Jugendlichen in einem Pavillon auf dem Gelände der Gerhard-Tersteegen-Schule reicht als Ersatz hierfür nicht aus. Zum einen steht zu besorgen, dass hier ein neuer Brennpunkt entsteht. Durch den in unmittelbarer Nähe befindlichen Kindergarten und das Seniorenzentrum wie auch die Grundschule sind Konflikte vorprogrammiert. Es ist bekannt, dass eine Vielzahl von Jugendlichen sich am Hermann-Löns-Denkmal am Rosenkothen treffen und anschließend angetrunken durch den Stadtteil in Richtung Ratingen West ziehen. Hierbei verursachen sie regelmäßig Beschädigungen. Der Treffpunkt an der Gerhard-Tersteegen-Schule liegt exakt auf ihrem Weg, so dass hier Probleme zu erwarten sind. Die Tiefenbroicher Bevölkerung hat sich mit dem Standort an der Sohlstättenstraße angefreundet. Die Jugendlichen fühlen sich dort wohl. Ein Zusammenleben mit den anderen Benutzern ist problemlos, da wegen der unterschiedlichen Nutzungszeiten sich diese weit gehend aus dem Weg gehen.
 
Eine Umfrage in der Gerhard-Tersteegen-Schule brachte aus diesem Benutzerkreis erhebliche Bedenken gegen die Errichtung der Pavillons auf dem Schulgelände. Gleiches gilt für die Senioren im Seniorenzentrum, die schon negative Erfahrungen haben machen müssen. Wir erinnern an die Einsätze, die notwendig waren, um den Sicherheitsbedürfnissen der Bürger Rechnung zu tragen.
 
Wir bitten alle Ratinger Fraktionen, diese berechtigten Interessen Tiefenbroichs zu berücksichtigen. Immerhin handelte es sich um den Stadtteil, der den größten Belastungen ausgesetzt ist. Andererseits wird hier im Verhältnis zu anderen Stadtteilen nichts investiert. Während sich Lintorf über ein neues Bad freuen kann, Hösel über die Errichtung einer neuen Sportstätte diskutiert, Ratingen Mitte ein neues Sportzentrum erhalten soll, wird in Tiefenbroich nichts dergleichen unternommen. Die letzte geplante größere Investition diente der geplanten Unterbringung von Obdachlosen. Dieses Geld ist nicht verbraucht worden. Es dürfte ausreichen, notwendigen Erwerb und Umbaumaßnahmen in dem Jugendheim vorzunehmen. Damit würde Tiefenbroich das seit langem benötigte und vermisste Bürgerzentrum erhalten.
 
Die CDU Mitglieder des Bezirksausschusses Tiefenbroich Frau Ilse Abel, Herr Willi Peter Bechen, Herr Carsten Becker, Herr Bernd Schäffkes, Herr Wilfried Veith sowie Herr Rüdiger Matyssek unterstützen diesen Antrag.