CDU Stadtverband Ratingen

Antrag auf Prüfung zur möglichen Einführung des Projekts „NEAnderLab“ in Ratingen

Sehr geehrter Herr Birkenkamp,
 
wie Sie ja sicherlich wissen hat der Kreistag am 19.6.2008 beschlossen, Finanzmittel in Höhe von 150.000 Euro für Umbaumaßnahmen am Berufskolleg Hilden zur Verfügung zu stellen und darüber hinaus mit erkrath initial e.V., über die Einrichtung und den Betrieb des Projekts „NEAnderLab" eine Kooperationsvereinbarung abzuschließen.
Hindergrund der Initiierung des Projekts NEAnderLab (Schülerlabor für Naturwissenschaft, Experiment und Ausbildung) der Bürgerschaftsinitiative erkrath initial e.V. ist, der Besorgnis erregenden Entwicklung entgegenzuwirken, dass immer weniger Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Naturwissenschaften finden und so auf Dauer der Wirtschaft der Nachwuchs im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich der Nachwuchs weg bricht. Der Verein erkrath initial e.V. wurde von Unternehmern aus Erkrath gegründet, um mit gezielten Projekten den beschriebenen Defiziten zu begegnen und die Arbeit von Institutionen auf diesem Feld miteinander zu verknüpfen.
 
NEAnderLab ist eine Maßnahme zur Berufs- und Studienvorbereitung und basiert auf folgenden Erkenntnissen (Auszug aus einem Vortragsprotokoll von erkrath initial e.V.):
 
- Das Wahlverhalten der Schüler bzgl. der Naturwissenschaftsfächer in der Oberstufe in NRW ist von Interessenmangel und Bildungsdefiziten gekennzeichnet. Dies dürfte im Kreis Mettmann - ohne über gesicherte Kenntnisse zu verfügen - nicht anders sein.
 
- Die Studiengänge in allen naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen werden als sehr anspruchsvoll klassifiziert, haben hohe Abbrecherquoten und eine relativ geringe Zahl an Absolventen.
 
- Die (Groß-)Industrie hat ihren langfristigen Bedarf an naturwissenschaftlich-technischem Nachwuchs in der Vergangenheit nicht deutlich werden lassen.
 
- Der Zusammenhang von Naturwissenschaft und praxisbezogener Technik wird nicht anschaulich vermittelt.
 
- Der heute beklagte Mangel an naturwissenschaftlich-technischen Fachkräften ist eine
Folge früherer Versäumnisse aller Beteiligten.
 
- Das europäische Ausland hat früher als Deutschland auf diese Defizite reagiert.
 
- Fachkräfte - auch aus dem Ausland - stehen kurz- und mittelfristig nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung.
 
 
Das Projekt ist gleichzeitig Teil der Strategie des Landes NRW, über das beim Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie angesiedelte Projekt "Zukunft durch Innovation. NRW" (ZdI) in den Regionen des Landes 25 so genannte "ZdI-Zentren" zu etablieren, um damit die Eigeninitiativen der Regionen auf dem Gebiet der Verbesserung der Ausbildungssituation im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu verstärken. Im Kreis Mettmann wird am Aufbau eines solchen ZdI-Zentrums unter Federführung von erkrath initial e.V. mit den nachstehend beschriebenen Inhalten aktiv gearbeitet.
 
Die CDU-Fraktion sieht für dieses Projekt mit Modellcharakter durchaus auch Potential in Ratingen, da wir vor Ort über eine engagierte Bürgerschaft und auch im Sinne des Allgemeinwohls aktive Wirtschaftsunternehmen verfügen. Zudem hat der Kreistag in seiner Beschlussfassung eindeutig signalisiert, ähnliche Projekte auch an anderer Stelle im Kreis unterstützen zu wollen. Wir möchten daher die Verwaltung bitten zu prüfen, inwieweit hier eine Übertragung der Förderstruktur nach Ratingen möglich wäre oder zeitnah zu berichten, falls es schon einschlägige Pläne der Verwaltung gibt. Darüber hinaus wäre es von Interesse zu erfahren, wie weit die Pläne zum Aufbau eines Zdl-Zentrums in Mettmann bereits gediehen sind und ob hier schon grundsätzlich Standortentscheidungen getroffen worden sind.
 
Über die Beantwortung unserer gestellten Fragen im Rahmen der nächsten Ratssitzung wären wir dankbar.