CDU Stadtverband Ratingen

Vorlage 33/2026: Umgestaltung Knotenpunkt Europaring/ Bechemer Straße

Antrag zur Vorlage 33/2026

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Die antragsstellenden Fraktionen begrüßen, dass nach der Fertigstellung des Mehrfamilienhauses der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord der Bereich von der Tiefgarageneinfahrt auf der Bechemer Straße bis zur Kreuzungseinmündung Europaring entsprechend aufgewertet wird und in diesem Zuge der gesamte Knotenpunkt Europaring/Bechemer Straße in den Blick genommen wird.
Auch die Zielsetzung einer fahrradfreundlicheren und das Unfallaufkommen mindernden Planung teilen wir grundsätzlich. Allerdings gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Kreuzung den gesamten Verkehr von der A44-Abfahrt und von Düsseldorf-Knittkuhl abwickeln muss und zudem ein Flaschenhals für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge ist.

I. Maßgaben für die weitere Planung

Für die weitere Planung möchten wir daher weichenstellend vorschlagen, von zwei Vorhaben Abstand zu nehmen.

1. Wegfall der freien Rechtsabbiegespur aus der Industriestraße auf den Röntgenring

Ausweislich der offiziellen Straßenverkehrszählung wird der Knotenpunkt im Vergleich zu anderen Knotenpunkten im Stadtgebiet als sehr hoch belastet eingeordnet. Bereits heute ergeben sich zu Stoßzeiten erhebliche Rückstaus auf der Industriestraße bis hin zur Kreuzung Industriestraße/Mettmanner Straße. Durch den Wegfall des freien Rechtsabbiegers würde sich diese Situation noch verschärfen. Uns ist unverständlich, wie dieser Vorschlag ohne Grundlage einer Untersuchung der Leistungsfähigkeit für den Knotenpunkt erfolgen konnte. Aus unserer Sicht ist der Rechtsabbieger für den Erhalt der Leistungsfähigkeit unentbehrlich.

Der aus der Industriestraße kommende Kfz-Verkehr teilt sich im Wesentlichen in Linksabbieger und Rechtsabbieger und in einen weit geringeren Geradeausverkehr auf. Über den freien Rechtsabbieger müssen Fahrzeuge mit Ausnahme der Bedarfsampel für Fußgänger und Fahrradfahrende nur Vorfahrt gewähren und können daher auch abfließen, während Linksabbieger und Gradeausfahrende warten müssen. Durch diesen ermöglichten Abfluss kann auch der Rückstau verringert werden. Zudem wird ohne den Rechtsabbieger-Bypass durch bei “grün” den Europaring querende Fußgänger und Radfahrer der Verkehrsfluss nochmals erheblich gemindert und die Gefahr von Auffahrunfällen von geradeaus fahrenden Kfz vergrößert.
Bei der Gesamtplanung ist unbedingt auch zu berücksichtigen, dass nach den Einsatzzahlen der Feuerwehr über die überplante Kreuzung nahezu 90% der Einsätze der Feuerwehr und des Rettungsdienstes gefahren werden. Eine Verschlechterung des Abflusses hätte erhebliche Konsequenzen auf die Erreichbarkeitszeiten der Rettungskräfte. Dabei hat die nur wenig frequentierte Gradeausspur einen entscheidenden Vorteil: sie kann zum Ausweichen und/oder Überholen durch die Einsatzfahrzeuge genutzt werden. Auch dieser Vorteil entfällt, wenn der Rechtsabbieger weggenommen wird.

Der Wegfall des Rechtsabbiegers hätte zudem auch Konsequenzen für die Ein- und Ausfahrt des Rewe-Marktes, wo bereits heute die Verkehrssituation bei Rückstau zusätzlich erschwert wird.
Der Fahrradverkehr leidet aus unserer Sicht unter einem Rechtsabbieger kaum. Insbesondere sind hier auch keinerlei Unfälle mit Radfahrern oder Fußgängern in der Unfallkartierung dargelegt. Einen rechtsabbiegenden Fahrradverkehr gibt es an der Kreuzung so gut wie nicht. Viele Radfahrer mit dem Ziel des östlichen Stadtgebietes nutzen zuvor den verkehrsärmeren Weg über Meiersweg/Schwarzbachstraße/Schleiferstraße oder bereits den Weg über den Pfad am Sportplatz entlang zur Schwarzbachstraße/Schmiedestraße bzw. Am Ostbahnhof.

Bezüglich des motorisierten Individualverkehrs ist zu befürchten, dass durch den Wegfall des freien Rechtsabbiegers auch der Schleichverkehr über die Talstraße/Schützenstraße/ggf. Gerhardstraße/Schwarzbachstraße erheblich zunimmt. Dies kann nicht gewollt sein und muss planerisch entsprechend berücksichtigt werden.

2. Mittelinsel Röntgenring

Die geplante Mittelinsel auf dem Röntgenring bietet nur eine Scheinsicherheit und würde gleichzeitig kaum genutzt. Sie ist daher nicht weiterzuverfolgen.

Der Radverkehr aus der Schleiferstraße kommend wird in den seltensten Fällen den Weg über eine Mittelinsel des Röntgenrings nehmen. Schüler und Schülerinnen werden, selbst bei einem Radfahrverbot auf dem Bürgersteig, an dieser Stelle die Straßenseite nicht wechseln, um dann in Höhe der Stadthalle wieder eine Straßenquerung zur Schule vorzunehmen. Insbesondere die ungesicherte Querung über die geplante Mittelinsel auf dem Röntgenring stellt zur Zeit des morgendlichen Berufsverkehrs ein erhebliches Risiko dar. Schüler und Schülerinnen werden aus Gründen der Sicherheit (und Bequemlichkeit) weiterhin den beampelten Weg auf der „falschen“ Süd-Seite des Europarings bevorzugen.

Radverkehr mit dem Ziel Innenstadt würde ebenfalls nicht diesen Weg nehmen, sondern vom Ostbahnhof kommend die Poststraße befahren.

Für den Fußgängerverkehr mag diese Mittelinsel ein Zugewinn an Sicherheit suggerieren. Den Weg von 30 Metern zu der beampelten Querung halten wir allerdings für zumutbar. Diese Stelle ist ferner auch nicht für ihre erhöhte Unfallgefahr bekannt.

II. Einbeziehung der Feuerwehr – Umsetzung der Vorrangschaltung

Bisher wird jedenfalls in der Vorlage die Wichtigkeit des Knotenpunktes für die Feuerwehr nicht hinreichend beachtet. Da nahezu 90 % der Einsätze der Feuerwehr über diese Kreuzung gefahren werden, ist dieser Aspekt unbedingt bei der Planung zu berücksichtigen. Dabei soll die bereits vor langer Zeit beschlossene Vorrangschaltung für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge unbedingt umgesetzt werden. (Von 2018 bis 2019 war dies sogar ein Dauertagesordnungspunkt im Bezirksausschuss Ratingen-Mitte). Dies gilt selbstredend nicht nur für den in Rede stehenden Kreuzungsbereich, sondern für die gesamte Strecke zwischen der Hauptfeuerwache und der Kreuzung Europaring/Düsseldorfer Straße.

Beschlussvorschlag

1. Der von der Verwaltung geplante Wegfall der Rechtsabbiegefahrstreifens für KFZ von der Industriestraße in Richtung Röntgenring wird nicht weiterverfolgt.

2. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Installation einer Mittelinsel in Höhe der Einmündung Schwarzbachstraße/ Röntgenring wird ebenfalls planerisch nicht weiterverfolgt.

3. Die Verwaltung wird beauftragt, im Rahmen der Umgestaltung der Kreuzung die Vorrangschaltung für die Feuerwehr umzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Heins, CDU-Fraktion
Rainer Vogt, BU-Fraktion
Dr. Markus Sondermann, FDP-Fraktion