Sehr geehrter Herr Birkenkamp,
die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Ratingen stellt zu den Beratungen zur Sportfreianlage Hösel folgenden Antrag:
1. Auf einen Sanierungsausbau der Sportfreianlage „Am Neuhaus" wird verzichtet.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, für den Standort „Kalkeskamp" einen Entwurf für den Neubau eines Sportplatzes vorzulegen, der zunächst eine Nutzung im bisherigen Umfang (wie am Standort Neuhaus) vorsieht.
3. Die Neuplanung soll eine Erweiterung der Sportfreianlage durch ein zweites Großspielfeld und leichtathletische Anlagen ermöglichen.
4. Die Umkleide- und Sozialräume sollen funktionsgerecht und zeitgemäß ausgebaut werden. Zusätzliche Umkleidekabinen sollen bei einer späteren Erweiterung um ein weiteres Großspielfeld angebaut werden können.
5. Der Standort „Neuhaus" soll als Anlage für den Schulsport erhalten bleiben. Als Grundlage hierfür kann der Planungsentwurf aus der Vorlage 361/2006 vom 21.05 2006 Anlage E dienen.
6. Die Höseler Sportvereine sowie die Wilhelm-Busch-Schule sind in die Planungen einzubeziehen.
7. Parallel zur Planung einer neuen Sportfreianlage in Hösel erfolgt die Umwandlung der Tennenplätze in Breitscheid und Homberg in Kunstrasenplätze.
8. Die Verwaltung wird gebeten, die erforderlichen Haushaltsvoraussetzungen bis zur Haushaltsverabschiedung 2008 darzulegen.
Begründung:
Für die Sanierung des Sportplatzes „Am Neuhaus" wurde ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben. Ergebnis dieses Lärmgutachtens ist, dass der Sportplatz Am Neuhaus nur unter Auflage von Nutzungsbeschränkungen sowie durch den Bau eines monströsen Lärmschutzes mit einer mindestens 5 Meter hohen Lärmschutzwand genutzt werden kann.
Die CDU-Fraktion hält den Bau einer solchen Lärmschutzwand in unmittelbarer Nähe der benachbarten Wohnbebauung und des erweiterten Ortskerns für städtebaulich nicht vertretbar.
Auch die Tatsache, dass die Gebäude nur „im Bestand" saniert werden können, bedeutet für die Funktionalität der Anlage eine Einschränkung. Die Nutzer der Anlage würden auch nach einer Sanierung keine optimalen Voraussetzungen für den Trainings- und Spielbetrieb vorfinden können.
Angesichts dieser neuen Tatsachen hält die CDU-Fraktion eine Investition von über 2 Mio. € für die Sanierung der Anlage nicht mehr für verantwortbar. Die Änderung des bestehenden Ratsbeschlusses ist somit notwendig geworden. Die Planung eines Neubaus, wie ihn die CDU schon seit Jahren fordert, muss am Standort „Kalkeskamp" vorangetrieben und weiter ausgearbeitet werden.
Angesichts der damit verbundenen Kosten und des zusätzlichen Zeitaufwandes sieht die CDU-Fraktion die Notwendigkeit einer genau definierten zeitlichen Aufteilung des Bauvorhabens. Die neue Sportfreianlage sollte zunächst so geplant werden, dass die bisherigen Nutzungsmöglichkeiten fortgeführt werden können. Die Umkleide-, Sanitär-, Geräte- und Sozialräume sind den heutigen Ansprüchen entsprechend zu errichten. Dies soll in Abstimmung mit den Nutzern nach deren Bedarf geplant werden. Erst in einem zweiten Bauabschnitt soll eine Ergänzung dieser Anlagen erfolgen; die Gebäude sind so zu planen, dass eine Erweiterung problemlos erfolgen kann.
Eine Neuplanung der Sportfreianlage Hösel benötigt Zeit für die Schaffung der erforderlichen baurechtlichen und planerischen Voraussetzungen. Diese Zeit sollte genutzt werden, die Tennenplätze in Breitscheid und Hösel in Kunstrasenplätze umzuwandeln; der Sportstättenentwicklungsplan ist entsprechend fortzuschreiben. Das bedeutet, dass für diese beiden Tennenplätze Planungsmittel für das Jahr 2008 im Haushalt bereit gestellt werden müssen; für das Jahr 2009 sind die Kosten der Umwandlung einzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
CDU-Fraktion Ratingen
Schwienhorst Heins (stv. Fraktionsvorsitzender)
Schäckermann (Ratsmitglied)
Maaßhoff (Ratsmitglied)
Luderich (Ratsmitglied)