Sehr geehrter Herr Schneider,
für Rat und Verwaltung ist die ansprechende Gestaltung der Ratinger Altstadt und die Vermeidung städtebaulicher Missstände eine ständige und wichtige Aufgabe.
Die heruntergekommenen Häuser Wallstraße 27 bis 31 sind ein Schandfleck für die Ratinger Altstadt. Insbesondere Nr. 27 erscheint akut baufällig und ist zur Sicherung provisorisch abgesperrt.
Dies wiegt umso schwerer, als sich die Grundvermögen im Eigentum der Stadt Ratingen befinden.
Die Häuser wurden um die Jahrhundertwende an der Straßenfront auf die Reste der Stadtmauer aufgebaut, die Rückfront jedoch in den ehemaligen Sumpf des Stadtgrabens gegründet. Durch das starke einseitige Absinken der rückwärtigen Grundmauern ist die an sich wünschenswerte Erhaltung der Häuser wegen der dadurch entstandenen massiven Schäden an der Bausubstanz leider unmöglich.
Einige Häuser dieses Ensembles (Nr. 25, Nr. 33 bis 37) wurden bereits vor Jahren abgerissen. Dort entstanden Fußwege im Grünen und der heutige „Garten der Sinne" als mittelfristige Zwischennutzung.
Für eine längerfristige Überplanung des gesamten Areals liegen die Voraussetzungen noch nicht vor.
In Kürze steht unserem Einzelhandel und der Gastronomie eine besondere Belastung durch eine erhebliche Verknappung von Parkplätzen bevor: Das marode Parkhaus Kirchgasse dürfte bald abgerissen werden und das Rathaus-Parkhaus wird für mehrere Jahre ausfallen. Notwendige neue innenstadtnahe Tiefgaragenplätze sind kurzfristig nicht zu erwarten.
Aus der Kombination dieser Situationen ergibt sich folgender Beschlussvorschlag: Die baufälligen städtischen Häuser Wallstraße 27 - 31 werden abgerissen. Die Verwaltung wird gebeten, die Einrichtung von zusätzlichen, einfachen Parkplätzen am Straßenrand für eine Zwischennutzung zu prüfen (Schotter, Bitumen o.ä.).