CDU Stadtverband Ratingen

Einsatz von „Flüsterasphalt“ für Straßensanierungen

Beschlussvorschlag für den Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss TOP 5
Einsatz von „Flüsterasphalt" für Straßensanierungen in Ratingen unter Lärmminderungs-, Wirtschaftlichkeits- und Verkehrsbelastungsaspekten

Sehr geehrter Herr Birkenkamp,

wir kommen zurück auf unseren Anträge vom 7. Januar, die Darstellung der Erfahrungen der Stadt Düsseldorf im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss, sowie die ergänzende Vorlage 57/2011 zu 258/2010.

Nach ausgiebiger Abwägung schlagen wir folgenden Beschluss vor:

Die Stadt Ratingen saniert Hauptverkehrsstraßen, auf denen eine Höchstgeschwindigkeit von 50km/h oder mehr gefahren werden darf, ab sofort in der Regel als Komplettsanierung unter Verwendung von Flüsterasphalt (LOA 05 D).
Ausnahmen hiervon sind unter Vorstellung der Gründe vom Bau- und Vergabeausschuss zu beschließen. Ausnahmen sollen nur erfolgen, wenn die Binderschicht noch vollständig intakt ist.
Die haushaltstechnischen Änderungen für die in 2011 vorgesehenen und die noch aus 2010 zu sanierenden Straßen sind bis zur Haushaltsverabschiedung von der Verwaltung vorzulegen.

Begründung:
Ratingen hat ein millionenschweres Mehrjahresprogramm zur Straßensanierung abzuarbeiten.
Auch wenn Ratingen noch keinen formellen Lärmminderungsplan beschlossen hat, ist doch aufgrund von Teiluntersuchungen klar, dass wesentlicher Lärmbelastungen vom Straßenverkehr insbesondere der Hauptverkehrs- und Sammelstraßen ausgehen.

Mit dem neuen, u.a. in Düsseldorf, Essen und Dortmund erfolgreich eingesetzten „Flüsterasphalt" LOA 05D werden dauerhafte, spürbare Lärmminderungen ab etwa 50 km/h erzielt. Die Bauweise wird ausdrücklich im Rahmen der Umsetzung von dort existierenden Lärmminderungsprogrammen genutzt.
Positive Mehrjahreserfahrungen mit intensiven wissenschaftlicher Begleitung liegen vor.
Dabei wurde trotz stärkerer Verkehrsbelastung als in Ratingen keine Verminderung des Lärmminderungseffektes und kein schnellerer Verschleiß festgestellt.

Inzwischen hat sich zudem gezeigt, dass aufgrund des geringeren Rohölanteils in der dickeren Binderschicht der „Flüsterasphalt" tendenziell und in der Zukunft kostengünstiger ist als die traditionelle Sanierung mit Splittmastixasphalt.

Die traditionelle Splittmastixasphalt-Sanierung sollte daher auf Hauptverkehrsstraßen nur noch im Ausnahmefall durchgeführt werden, nämlich wenn die Binderschicht (unter der obersten Verschleißschicht) noch vollständig intakt ist.

In Düsseldorf wurde zudem die Erfahrung gemacht, dass die Bürger eine Komplettsanierung mit Flüsterasphalt trotz teilweiser Kostenbeteiligung (KAG-Maßnahme) wegen der Verbesserung ihrer Lebensqualität überwiegend befürworten. Der persönlich wahrgenommene Vorteil der Lärmreduzierung erhöht die Akzeptanz deutlich.