Neue Stadthalle ab 2024 planen

„Wir wollen ganz ohne Zeitdruck eine neue, multifunktionalen Veranstaltungs- und Stadthalle mittelfristig planen. Sinnvoll ist das im Anschluss an den Doppelhaushalt 2022/2023“, erklärt CDU-Fraktionschef Stefan Heins. Das Risiko, dass Ratingen über mehrere Jahre ohne Stadthalle dastehen könnte, sei zu groß. Das stellt die CDU-Fraktion in einem ausführlichen Antrag vor.

„Natürlich braucht Ratingen nicht sofort eine neue Stadthalle“, betont auch CDU-Fraktionsvize Gerold Fahr. Die Bewirtschaftung der Halle kann zunächst durch einen Caterer sichergestellt werden, für Umfeldverbesserungen hat der Rat im Rahmen des INTEK vom Land NRW mitgetragene Maßnahmen beschlossen. Der Betrieb und die Nutzung der „Guten Ratinger Stube“ kann derzeit gewährleistet werden.

Die Bausubstanz, insbesondere die Spannbetondecke aus den 70er Jahren, weist zum Glück im 5. Bestandsjahrzehnt eine beachtliche Langlebigkeit auf, hat aber keine unbefristete „Ewigkeitsgarantie“. Auch wenn die Decke in Ratingen regelmäßig auf Schäden untersucht wird und noch keine Hinweise auf gefährdende Schäden aufweist: Viele Hallen aus dieser Zeit sind bereits verschwunden.

Klar ist, dass die Stadt Ratingen eine attraktive Veranstaltungshalle braucht: Für Vereine, Brauchtum, private Jubiläen und Ratinger Firmen sind die starren räumlichen Gegebenheiten sowie fehlende Nebenräume unbefriedigend. Professionelle Eventveranstalter, aber auch Ratinger Nutzer weichen teilweise deswegen und wegen Fehlens aktueller Veranstaltungs- und Bühnentechnik sowie adäquater Künstler- und Nebenräume auf andere Hallen aus.

Die Marktgängigkeit und Wirtschaftlichkeit der Stadthalle wurde dadurch im Laufe der Zeit schwieriger und belastet den Steuerzahler zusehends durch höhere Unterdeckungen. 2022 werden die Verluste der Stadthalle auf knapp 1 Millionen Euro ansteigen und liegen in den letzten Jahren um 900.000 Euro. Auch das separate Restaurant ist absehbar nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben und liegt brach.

All das spricht für eine neue Stadthalle, doch sie sollte mit Bedacht geplant werden. Bei einer Sperrung stünde Ratingen im schlechtesten Fall jahrelang ohne Stadthalle da und müsste erst dann die notwendigen Verfahrensschritte für einen Neubau wie Bedarfs- und Wettbewerbsanalyse, Konzept- und Architekturwettbewerb, breite Bürger- und Nutzerbeteiligung einleiten. Dies dürfte nach Einschätzung der CDU-Fraktion zwischen drei und fünf Jahre in Anspruch nehmen.

„Wir möchten uns die Option offenhalten, einen Neubau so zu platzieren, dass der Betrieb der bestehenden Stadthalle nicht für mehrere Jahre unterbrochen wird. Dazu muss das heute unbebaute Gelände nordöstlich der Stadthalle am Parkplatz bis zu einer Entscheidung frei von einer Neubebauung gehalten werden“ so erläutert Stefan Heins weiter.

In der mittelfristigen Investitionsplanung sollen deshalb, so die CDU-Fraktion, die veranschlagten Mittel „Planungskosten Sanierungskonzept“ und „Erneuerung Beleuchtungsanlage“ zum neuen Titel „Planung neue multifunktionale Ratinger Stadthalle“ zusammengefasst und ab dem Jahr 2024 – beginnend mit einer Markt- und Bedarfsanalyse – in Angriff genommen werden.

Die CDU-Fraktion beantragt außerdem, dass die beschlossenen Umfeldverbesserungen an der Stadthalle (mit INTEK-Förderung des Landes NRW) dennoch umgesetzt werden. Dazu gehören auch die vom Rat beschlossenen Maßnahmen zur Beseitigung der Angsträume in der Stadthallentiefgarage und die Kameraüberwachung am Treppenaufgang.