CDU-Antrag für generationengerechtes Wohnen

02.02.2021, 12:50 Uhr

„Wir möchten die Entscheidungsgrundlagen schaffen, um geeignete Projekte und Maßnahmen für generationengerechtes Wohnen zu entwickeln, damit unsere Bürger möglichst lange selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben können. Denn nirgendwo zeigen sich die Auswirkungen des demografischen Wandels deutlicher als in den Städten und Gemeinden – dort, wo die Menschen leben, wohnen und arbeiten“, erklären die CDU-Ratsfrauen Ina Bisani und Mechthild Stock. Deshalb fordert die CDU-Fraktion in ihrem Antrag, dass die Stadt Ratingen eine Studie im Handlungsfeld Stadt- und Quartiersentwicklung beauftragt. 

Die Studie soll neben der Analyse der Bevölkerungsentwicklung Lösungskonzepte erarbeiten, die Wohnen im Alter unter der Prämisse „ambulant vor stationär“ im Stadtteil möglich machen. Dabei geht es um die Entwicklung von Konzepten für ausgewählte Quartiere, um exemplarisch selbstbestimmtes Wohnen und Leben für die älter werdenden Generationen zu ermöglichen und weiter zu verbessern.

Darüber hinaus sollen quartiersübergreifende Wohnkonzepte mit Service- und Assistenzangeboten, Pflegeplätze für alte und junge Menschen sowie Tagespflegeplätze bis hin zu Hospizangeboten entwickelt werden. „Und wir erwarten auch Handlungsempfehlungen für Modellprojekte in ausgewählten Quartieren in Ratingen“, erklärt Mechthild Stock.

Ein Blick in die Statistik zeigt, der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten. Bis zum Jahr 2030 wird ein Anteil von 18,9 % bei den über 80-Jährigen prognostiziert. Gleichzeitig wird eine hohe Wohnraumnachfrage bei allen Generationen von plus 12 % vom LEG Wohnungsmarktreport NRW angenommen. Das Rentenniveau wird bis 2030 auf ca. 44,3 % sinken. Der Medianbruttolohn in Deutschland lag im Jahr 2018 bei 3.312 Euro monatlich. Der durchschnittliche Anteil der Mieten beträgt zwischen 25 % und 30 % des monatlichen Nettolohns. Auch wenn die Durchschnittslöhne kontinuierlich um wenige Prozentpunkte steigen, bleibt bei einer Rente mit weniger als 50 % des Nettolohns für Miete und den täglichen Bedarf wenig übrig.

„Diese Kennzahlen machen deutlich, dass wir jetzt handeln müssen, dass wird dringend bezahlbare Lösungen brauchen, um gesellschaftliche Teilhabe für die ältere Generation sicherzustellen. Deshalb erhoffen wir uns wichtige Erkenntnisse aus der Studie, um die richtigen politischen Entscheidungen für die Bürger in unserer Stadt zu treffen“ ergänzt Stefan Heins, CDU-Fraktionschef.