CDU-Fraktion: Wallhöfe sind Gewinn für Ratingen

17.03.2020

Wer auch immer die sogenannten „Einwender und Antragsteller“ sind, die gemeinsam mit der BU in der Hochzeit von Corona zu einer Einwohnerversammlung in den Pfarrsaal von Peter und Paul einladen wollten – sie stellen zum Teil ganz objektiv falsche Behauptungen zu den Wallhöfen auf. Die CDU-Fraktion kritisiert dies und vermutet wahltaktische Hintergründe. Sie möchte daher ganz transparent über die den tatsächlichen Sachverhalt aufklären, um den Diskurs zu dem für die Ratinger Innenstadt wichtigen Projekt zu versachlichen, so CDU-Fraktionsvorsitzender Ewald Vielhaus. 

Es gab nie eine Planung für einen durchgehenden Graben, sondern immer die von CDU und BU unterstützte Planung, den Bereich vom Hertie-Haus bis zum „Garten der Sinne“ wieder zu bebauen. Der Abschnitt zwischen „Garten der Sinne“ und Beamtengässchen soll dagegen für eine Parkerweiterung mit Grabendarstellung zur Verfügung gestellt werden. Daran hat sich nichts geändert.

Die Darstellung, dass eine weitgehend geschlossene, wenn auch verklinkerte fast vier Meter hohe Betonwand entlang der Wallstraße entstehen wird, ist überholt.

Der aktuelle Sachstand ist, dass die Wand durch mehrere Fenster aufgelockert wird und durch neue Bäume aufgelockert wird.

Es wird dargestellt, dass eine Betonwand bis zu sechs Metern - zuzüglich 2,80 Meter für die Kühlaggregate – unmittelbar vor den Häusern am Düsseldorfer Platz diese einzwängt.

Tatsächlich wird der eingeschossige Bau ausreichende sechs Meter von den Wohnhäusern entfernt sein und soll nach Wünschen der Anwohner vollständig begrünt werden. CDU-Fraktionsvize Gerold Fahr: „Die Lüfter sind weiter zurückgesetzt, und die Geräuschemissionen werden durch technische Umplanungen vom Investor freiwillig auf 31 dB(A) reduziert – dies ist weit unter den vorgeschriebenen Grenzwerten und entspricht etwa dem Schall eines Beamers.“

Einwender und BU behauptet auch, dass die durch die „völlig überdimensionierte“ Planung von fast 5000 zusätzlichen Quadratmetern Verkaufsfläche für den Einzelhandel nicht nur zahlreiche inhabergeführte Geschäfte in der Innenstadt und der Wochenmarkt Probleme bekommen würden.

„Wer sich mit dem Thema ernsthaft beschäftigt hat, muss eigentlich wissen, dass das im Auftrag der Stadt erstellte Einzelhandelsgutachten klar eine Belebung der Innenstadt erwartet und dafür auch vergleichbare Beispiele benennt“, erklärt auch der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Heins. Während bisher viele Menschen zum Einkaufen aus der Innenstadt und Süd zu Aldi oder Edeka ins Umland  gefahren sind, entsteht nun eine umgekehrte Richtung in die Innenstadt. „20 – 40 Prozent  der Einkäufer werden erfahrungsgemäß zusätzlich in der Innenstadt einkaufen“, weiß auch CDU-Ratsmitglied Klaus Weber.

„Wir wollen mal ein paar Zahlen nennen, damit die Bürger fundierte Informationen kennen: In Ratingen fehlen größere, leistungsfähige Flächen: In der Innenstadt sind zwar 41 Prozent aller Betriebe, aber nur 19 Prozent der Einzelhandelsfläche Ratingens – ein viel zu niedriger Wert. 87 Prozent der Ratinger Ladenlokale haben eine Fläche von unter 200 Quadratmetern“, erklärt Gerold Fahr.  „Ratingen tut sich u.a. deshalb schwer, weil das Innenstadtangebot im Bereich Nahrungsmittel nur 0,29 Quadratmeter pro Einwohner umfasst (Bundesdurchschnitt: 0,41). Das frühere Hertie-Haus hatte ebenfalls größere Flächen, die seit Jahren fehlen.“

Falsch ist auch, dass ein Teil des jetzigen Baumbestandes und des Spielplatzes geopfert werden muss. Richtig ist, dass auf den Baumbestand besonders Rücksicht genommen wird. Das gilt insbesondere für den sogenannten „Kletterbaum“ und den schönen „Schnullerbaum“ in der Mitte. Außerdem werden 231 Fahrradplätze entstehen - weitgehend überdacht oder in Räumen – dies ist die größte Fahrradabstellfläche, die je ein Projekt in Ratingen hatte. Somit ist auch die Aussage, das Projekt sei einseitig für PKW ausgelegt, widerlegt.

Die Einwohnerversammlung hat angeblich einstimmig beschlossen zu klagen. „Wir würden es sehr bedauern, wenn es nach den Verbesserungen zu Gunsten der Nachbarn dabei bleibt“, so Ewald Vielhaus weiter. „Die Nutzung des angebotenen Moderationsverfahrens für die privatrechtlichen Interessenausgleiche ist für beide Seiten vorteilhafter als ein gerichtliches Verfahren: es geht schneller, und das erhebliche Kosten- und Entschädigungsrisiko für den Verlierer entfällt.“

Grundsätzlich kritisiert die CDU-Fraktion Verhalten der BU, die sich – ähnlich wie bei der verlorenen Klage von Anwohnern gegen die DKV-Erweiterung – vermeintlich auf die Seite der Kritiker stellt. In einer Ratinger Wochenzeitung wird deren Fraktionsvorsitzender, Vogt, im letzten Jahr noch damit zitiert, dass er nicht nachvollziehen könne, wenn man die Planung für die Wallhöfe zerrede. Daher hatte seine Fraktion auch zwei von drei Prozessschritten des Bebauungsplanes konsequent zugestimmt.

„Wenn die sogenannten Einwender und Antragsteller, sowie die BU  also hier tatsächlich Stimmung zu Lasten des Allgemeininteresses der Stadt betreibt, werden wir das als CDU-Fraktion nicht hinnehmen“, so Stefan Heins abschließend. „Nach all den sachlich-fundierten Erkenntnissen, ist für uns ganz klar: Die Wallhöfe werden ein Gewinn für Ratingen sein."