Neue Bewegung ist durch die Aussicht auf einen lokalen mittelständischen Investor entstanden, der die Wallhöfe aus der vorläufigen Insolvenzverwaltung heraus erwerben möchte. Ziel ist es, die wichtigen Nahversorgungsangebote in der Innenstadt dauerhaft zu stabilisieren und bislang unvermietete Ladenlokale bedarfsgerecht auszubauen und zu vermarkten. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die noch fehlenden Stellplätze tatsächlich geschaffen werden.
Der Investor gibt für die Beseitigung des Stellplatzmangels einen Baukostenzuschuss von zwei Millionen Euro.
Voraussetzung für den tatsächlichen Baubeginn ist, dass er die Wallhöfe zunächst erwirbt und der Zuschuss bis Ende 2026 gezahlt oder vertraglich abgesichert ist. Für die Tiefgarage stellt die Stadt außerplanmäßig einen Netto-Investitionsbetrag von 13,2 Millionen Euro bereit. Die Stellplätze sollen von der Stadt mit der ersten kostenfreien Stunde für die Nutzer bewirtschaftet werden. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung nennt jährlich 678.600 Euro an Parkgebühren auf aktuellem Gebührenniveau.
Die insgesamt 216 zusätzlichen Stellplätze sollen nicht allein den Wallhöfen zugutekommen. Vielmehr wird die Tiefgarage auch die seit Jahren bestehende Unterversorgung der Innenstadt mit Quartiers- und Dauerparkplätzen spürbar verringern. Schon heute stehen mehr als 150 Interessenten auf einer Warteliste für Dauerstellplätze. Hinzu kommen Bewohnerinnen und Bewohner, denen im eigenen Haus der Wallhöfe kein Parkplatz zur Verfügung steht. Die neue Tiefgarage soll damit einen konkreten Bedarf im Quartier decken und zugleich oberirdische Flächen für andere Nutzungen freimachen.
Ein weiterer Baustein ist die Ausrichtung der Stellplatzanlage auf Elektromobilität. Erstmals soll in Ratingen eine städtische Tiefgarage entstehen, die vollständig auf die Anforderungen der Elektromobilität eingerichtet ist. Damit verbindet das Projekt zusätzliche Parkmöglichkeiten mit einer zukunftsfähigen Infrastruktur.
Unmittelbar nach Fertigstellung der Tiefgarage soll auf der Fläche der Wallpark entstehen. Als Erweiterung des alten Stadtgartens zwischen Wallstraße und Hans-Böckler-Straße soll er neue Grün- und Aufenthaltsflächen mitten in der Stadt schaffen. Daran schließt die urbane Umgestaltung der Wallstraße an: Straßenrandstellplätze sollen entfallen, ein Radweg wird die Bedingungen für den Radverkehr verbessern und die Straße insgesamt insbesondere für Fußgänger aufgewertet werden. Tiefgarage, Park und Straßenraum greifen damit unmittelbar ineinander.
Zugleich wird damit erstmals in Ratingen ein Schutzbau für Krisenfälle verwirklicht. Der Stadtrat hatte die Verwaltung nach der Schließung des Krankenhauses beauftragt, Möglichkeiten für Schutzräume zu prüfen.
Für die Umsetzung besteht zugleich ein klarer zeitlicher Rahmen. Der Wallpark und die Umgestaltung der Wallstraße müssen bis zum 31. Dezember 2030 fertiggestellt sein, um bewilligte Fördergelder von rund 6,95 Millionen Euro nicht zu verlieren. Nach Einschätzung der Verwaltung setzt dies den Beginn der Tiefgaragenarbeiten Anfang 2027 voraus.
Aus Sicht der CDU-Fraktion ist der Beschluss ein wichtiges Signal für die Zukunft der Innenstadt und die Unterstützung von Einzelhandel und Gastronomie. Mit dem zusätzlichen Parkraum, einer langfristigen Perspektive für die Wallhöfe, neuen Grünflächen und einer fahrradfreundlicheren Wallstraße können mehrere seit Langem diskutierte Ziele endlich zusammengeführt werden. Entscheidend wird nun sein, dass die Planungen ohne neue Verzögerungen in die Umsetzung gehen.



