Kaum ein Verkehrsprojekt in der Region hat Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft über einen so langen Zeitraum beschäftigt wie der Lückenschluss der A44. Seit rund einem halben Jahrhundert wird über die Verbindung diskutiert, geplant und gestritten. Während der östliche Abschnitt zwischen Heiligenhaus und Velbert bereits 2018 für den Verkehr freigegeben wurde und mit der Angerbachtalbrücke eines der markantesten Bauwerke längst fertiggestellt ist, fehlt bis heute die entscheidende Verbindung zum Autobahnkreuz Ratingen-Ost. Mit dem für Mitte November vorgesehenen Spatenstich soll nun auch auf dem letzten fehlenden Abschnitt die eigentliche Bauphase beginnen.
„Auf diesen Moment haben die Menschen in Ratingen und der gesamten Region seit Jahrzehnten gewartet. Immer wieder gab es neue Zeitpläne, Verzögerungen und offene Fragen. Dass nun Mitte November der Spatenstich erfolgen soll, ist deshalb eine ausgesprochen gute Nachricht. Der Lückenschluss ist für uns nicht einfach nur ein weiteres Autobahnprojekt, sondern eine dringend notwendige Entlastung für Homberg und Hösel und ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit unserer Region“, erklärt Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion Ratingen.
Vorausgegangen waren intensive Bemühungen auf den unterschiedlichen politischen Ebenen, um die Finanzierung und Umsetzung des Projekts sicherzustellen. Nachdem der Bund Ende vergangenen Jahres die Finanzierung des Lückenschlusses gesichert hatte, konnten die Ausschreibungs- und Vergabeverfahren vorangetrieben werden. Zuletzt berichtete die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) im Bezirksausschuss Homberg, Meiersberg und Schwarzbach über den aktuellen Projektstand. Demnach sind die Planungen für die beiden Hauptbaulose abgeschlossen, erste Bauaufträge wurden inzwischen vergeben.
Begonnen werden soll mit Arbeiten im Bereich des Autobahnkreuzes Ratingen-Ost sowie mit der Errichtung einer zentralen Regenwasserbehandlungsanlage an der Brachter Straße. Für die Hauptbauphase des ersten Abschnitts wird derzeit mit einer Dauer von rund zweieinhalb Jahren gerechnet. Im weiteren Verlauf sollen die noch ausstehenden Bauabschnitte bis zum Anschluss Heiligenhaus umgesetzt werden.
„Die A44 ist eine der wichtigsten noch fehlenden Verkehrsverbindungen im Kreis Mettmann. Für unsere Unternehmen, die zahlreichen Berufspendler und die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region ist eine leistungsfähige Anbindung zwischen Düsseldorf und dem Ruhrgebiet von erheblicher Bedeutung. Dass nun aus den jahrelangen Planungen endlich konkrete Bauarbeiten werden, ist ein starkes Signal. Entscheidend ist jetzt, dass die weiteren Bauabschnitte ohne unnötige Verzögerungen aufeinander folgen“, betont Peter Thomas, Stadtverbandsvorsitzender der CDU Ratingen.
Besonders groß sind die Erwartungen in den unmittelbar betroffenen Stadtteilen. Seit Jahrzehnten müssen sich große Teile des Durchgangsverkehrs über die bestehenden Ortsdurchfahrten bewegen. Gerade die Brachter Straße und die Verbindungen durch Homberg und Hösel sind dadurch erheblichen Belastungen ausgesetzt. Der noch fehlende, rund 4,4 Kilometer lange Autobahnabschnitt soll künftig einen großen Teil dieses Verkehrs aufnehmen. Nach den Prognosen der DEGES wird für das Jahr 2030 mit rund 36.000 Fahrzeugen täglich auf der neuen Verbindung gerechnet. Neben kürzeren Fahrzeiten und einer besseren regionalen Erreichbarkeit erhofft sich die CDU deshalb vor allem weniger Verkehr, Lärm und Abgase in den betroffenen Stadtteilen.
Mit dem bevorstehenden Baustart rücken für die Christdemokraten auch die Auswirkungen der Bauphase in den Mittelpunkt. Nach den bisherigen Angaben der DEGES soll die Baustellenlogistik überwiegend über die A3 abgewickelt werden, um zusätzliche Belastungen auf den innerörtlichen Straßen weitgehend zu vermeiden. Einzelne zeitlich begrenzte Einschränkungen können zwar nicht ausgeschlossen werden, insgesamt sollen die Auswirkungen auf die Anwohner jedoch möglichst gering bleiben. Die CDU-Fraktion begrüßt diesen Ansatz und erwartet, dass die Bürgerinnen und Bürger weiterhin frühzeitig über die einzelnen Bauphasen und mögliche Verkehrsbeeinträchtigungen informiert werden.
Ein konkreter Fertigstellungstermin für den gesamten Lückenschluss steht derzeit noch nicht fest. Insbesondere die weiteren Vergabeverfahren und die Errichtung der noch ausstehenden Brückenbauwerke sind für den zeitlichen Ablauf entscheidend. Die DEGES hat zugesichert, den zuständigen Bezirksausschuss auch künftig regelmäßig über den Projektfortschritt zu informieren.
„Der Spatenstich ist nach dieser langen Vorgeschichte ein wichtiger Meilenstein, aber natürlich noch nicht das Ende der Arbeit. Nach Jahrzehnten der Planung und des Wartens muss das gemeinsame Ziel nun sein, diese letzte Lücke so zügig wie möglich zu schließen. Wir werden die weiteren Bauarbeiten deshalb aufmerksam begleiten und darauf achten, dass die Interessen der Ratinger Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden. Entscheidend ist schließlich, dass die dringend benötigte Entlastung für unsere Stadtteile auch tatsächlich Wirklichkeit wird“, erklärt der Christdemokrat Peter Thomas abschließend.



